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Prof. Dr. Dr. A. C. Kübler
Prof. Dr. Dr. A. C. Kübler
Comprehensive Cancer Center Mainfranken;
Tumorzentrum, DKG, CCCM
Sigel DKG Zertifiziertes Kopf-Hals-Tumorzentrum
Aerzteliste 2015 Focus
Ärzteliste 2016, Focus

Mund-, Kiefer- und Gesichtstumore

Wie unterscheiden sich gutartige von bösartigen Tumoren im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich?

Grundsätzlich können gut- und bösartige Tumoren im Kopf- und Halsbereich vorkommen.

Gutartige (benigne) Tumoren von Lippen und Mundhöhle gehören dabei jedoch zu den Raritäten, können aber als Neubildung der verschiedenen Ursprungsgewebe in dieser Region vorkommen. Hierzu zählen das Fibrom, das Osteom, das Leiomyom, das Rhabdomyom, das Chrondrom, das Lipom und das Hämangiom. Die gutartigen Tumore wachsen langsam, verdrängend und setzen keine Tochtergeschwülste. Die Therapie der gutartigen Tumoren ist in der Regel chirurgisch, d. h. in einer kleinen Operation wird das kranke Gewebe entfernt. Lässt sich der Tumor  vollständig entfernen gilt der Patient als geheilt. Außer regelmäßigen Nachkontrollen ist meist keine weitere Behandlung nötig.

Halb­gutartige (semimaligne) Tumoren dehnen sich am Ort ihrer Entstehung aus, wobei sie sich in das umgebende Gewebe ausdehnen und dieses dadurch zerstören; sie bilden jedoch keine Tochtergeschwülste.

Bösartige (maligne) Tumore dagegen wachsen schnell, dringen in das umgebende Gewebe ein und zerstören es. Außerdem kann es bei bösartigen Tumoren zur Absiedlung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) kommen, die an anderen Stellen des Körpers auftreten können.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland ca. 10.000 Menschen neu an einem bösartigen Tumor der Mundhöhle oder des Rachens. Die überwiegende Mehrzahl der bösartigen Tumoren sind Plattenepithel-Carcinome. Kaum eine andere Krebserkrankung ist in ihren Folgen so offensichtlich und deswegen für den Betroffenen so schwer zu akzeptieren wie eine Krebserkrankung im Mund-, Kiefer- Gesichts-, Hals- oder Mundbodenbereich.

Eine Krebserkrankung im Kiefer- und Gesichtsbereich stellt zweifellos eine schwerwiegende, heute aber in vielen Fällen keineswegs mehr unheilbare oder aussichtslose Krankheit dar. Ein hoher Prozentsatz dieser Patienten kann aufgrund verbesserter Therapiemethoden geheilt werden. Dabei gilt nach wie vor, dass die Heilungs- und Überlebenschancen um so besser sind, je früher der Tumor erkannt und behandelt wird und je größer die Bereitschaft des Betroffenen ist, die Behandlung zu bejahen und aktiv zu unterstützen.

Krebserkrankungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbe­reich: können verschiedene Bereiche beziehungsweise Strukturen des Kopfes befallen: Diese Geschwülste be­finden sich vorwiegend im Bereich der Mundhöhle, wo­bei hier insbesondere die Zunge, der Mundboden, die Wangen, der Gaumen oder andere benachbarte Strukturen betroffen sein können. Darüber hinaus können sie auch im Bereich der Nasennebenhöhlen auftreten.

Wie entsteht Krebs im Mund-, Kiefer-, Gesichtsbereich?

Für viele Krebsarten sind die Ursachen, warum sie ent­stehen, nach wie vor unklar. Aber in manchen Fällen ha­ben wissenschaftliche Untersuchungen - in Fachkreisen spricht man von Untersuchungen zur Krebsepidemiologie - Zusammenhänge zum Beispiel zwischen bestimmten Lebensgewohnheiten und bestimmten Krebsarten fest­gestellt.

So ist inzwischen erwiesen, dass neunzig Prozent aller Bronchialkarzinome auf das Rauchen zurückzuführen sind. Auch bei Krebserkrankungen der Mundhöhle ließen sich solche Risikofaktoren identifizieren.

Das Plattenepithel-Carcinom der Mundhöhle

Das Plattenepithel-Carcinom der Mundhöhle gehört zu den zehn häufigsten bösartigen Tumoren des Körpers. Als mögliche Vorstufe des Mundhöhlencarcinoms spielt die orale Leukoplakie der Mundhöhle die wichtigste Rolle.

Ursachen: Die oberen Atmungs- und Verdauungswege stehen im direkten Zusammenhang mit zahlreichen Krebs fördernden Substanzen fester und flüssiger Nahrung sowie mit Rauch, Dampf und eingeatmetem Staub. Wahrscheinlich ist örtliche Einwirkung dieser Substanzen auf die Schleimhaut der Grund der Erkrankung.

Tabak und Alkohol sind einzeln, vor allem aber kombiniert die beiden Hauptrisikofaktoren.

Aber auch mechanische Irritationen, wie z. B. abgebrochene Zähne können langfristig ein Plattenepithel-Carcinom verursachen. Eine gesunde Ernährung ohne starken Alkoholkonsum und der Verzicht auf Tabakprodukte ergänzt durch eine gute Mund- und Zahnhygiene tragen somit ganz wesentlich zu einer Senkung des Erkrankungsrisikos bei. Da frühzeitig entdeckte Tumore zu 80% bis 100% heilbar sind, ist es wichtig, alle Symptome, die länger als 3 Wochen anhalten oder nicht gut auf eine Therapie reagieren, gründlich von einem Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie untersuchen zu lassen. Schmerzen sind selten und als erste Symptome werden Schleimhautveränderung, Gewebsveränderung, Schluckbeschwerden, Zungen- und Mundbrennen oder kleine Blutungen angegeben. Fast die Hälfte aller Mundhöhlencarcinome entwickeln sich aus oralen Leukoplakien d.h. weißlichen Veränderungen der Mundschleimhaut.

Orale Leukoplakien treten als homogene oder inhomogene Varianten auf.  Typische Lokalisationen sind der Mundboden und der seitliche Zungenrand. Am häufigsten ist die flache, homogene Leukoplakie. Die andere Form ist die inhomogene Leukoplakie, diese hat ein besonders hohes Transformationsrisiko.

Das Hautkarzinom

Die Entstehung von Hautkrebs ist die schwerwie­gendste Spätfolge der UV-Bestrahlung. Für die Entstehung von Hautkrebs sind insbesondere lang andauernde Sonnenbestrahlung und häufige Sonnenbrände wichtige Auslöser.

Deshalb finden sich etwa achtzig Prozent aller Hauttumoren im Bereich derjenigen Körperteile, die regelmäßig dem Sonnenlicht ausgesetzt sind: im Gesicht (Stirn, Nase, Lippe), auf den Händen und den Unterarmen. Vor allem Menschen mit einem hellen Hauttyp (blonde oder rote Haare) sind auf­grund der fehlenden oder schwachen natürlichen Haut­bräunung (Pigmentierung) gefährdet. Aber auch dunkel­haarige oder farbige Menschen können an Hauttumoren erkranken.

Im Bereich der Lippen und der Haut sind es vor allem raue Stellen oder dunkle, häufig unregelmäßig begrenzte Flecken, die von einem Arzt begutachtet werden müs­sen. Da es bei Hautkrebs unterschiedlich aggressive For­men gibt - darunter das besonders bösartige maligne Melanom- ist es (Iebens-)wichtig, eine "auffällige Stelle" ohne Verzögerung abklären zu lassen.

Wie erfolgt die Diagnosestellung?

Zunächst erfolgt die genaue Befragung des Patienten durch den Arzt bezüglich Beschwerden, Dauer und erstmaliges Auftreten. Anschließend wird der Arzt alle sichtbaren oder tastbaren Veränderungen untersuchen. Bereits zu diesem Zeitpunkt kann in den meisten Fällen Entwarnung gegeben werden oder durch weitere apparative und gewebliche Untersuchung die Diagnosesicherung erfolgen.

Besteht der dringende Verdacht auf einen Tumor im Kopf-, Halsbereich so ist die Vorstellung in einer Fachklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie angezeigt, da die Aussicht auf Heilung vom frühzeitigen Behandlungsbeginn abhängt. Es sollte nun die Diagnostik im nötigen Umfang mittels Sonographie (Ultraschall), konventionellem Röntgen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Knochenszintigraphie und ggf. Positronen-Emissions-Tomographie (PET) durchgeführt und die unverzügliche stadiumgerechte Behandlung begonnen werden. Die Diagnosesicherung basiert dabei jedoch immer auf der feingeweblichen Untersuchung einer Gewebeprobe.

Die genauen Untersuchungen sind notwendig, um folgende Fragen zu klären:

  1. Handelt es sich wirklich um einen Tumor?
  2. Um welche Krebsart handelt es sich?
  3. Wo sitzt der Tumor?
  4. Wie weit ist die Krebserkrankung fortgeschritten?
  5. Gibt es Tochtergeschwülste (Metastasen)?
  6. Wie ist der Allgemeinzustand des Patienten?
  7. Welche Behandlung wird den größten Erfolg bringen?

Nur eine gründliche Diagnose ermöglicht eine sinn­volle Therapieplanung.

Nach der Diagnose...

In diesem Zusammenhang sind für Sie Ihre Rechte als Patient besonders wichtig. "Patienten haben ein Recht auf detaillierte Information und Beratung, sichere sorg­fältige und Qualifizierte Behandlung und angemessene Beteiligung", heißt es in dem Dokument "Patienten­rechte in Deutschland heute", das die Konferenz der Ge­sundheitsminister 1999 veröffentlicht hat.

Das Gesicht ist für uns Menschen das Medium, durch das wir viele unserer Gefühle, seien es Freude, Trauer oder auch Angst, ausdrücken. Im Gesicht spiegelt sich, so sagt man, unsere Seele wider. Es ist daher sehr ver­ständlich, dass die erste Reaktion auf die Mitteilung des Arztes, er müsse im Gesichts- oder Mundhöhlenbereich operieren, Ablehnung, Schock, ja Angst und Verzweiflung auslöst. Wie werde ich aussehen? Werden mich die Leute anstarren? Wie werde ich essen können? Fragen, die den einzelnen Patienten, aber auch dessen An­gehörige, schon vor der Operation beschäftigen und auch belasten.

Der informierte und aufgeklärte Patient, der versteht, was mit ihm geschieht, kann zum Partner des Arztes werden und aktiv an seiner Genesung mitarbeiten.

Sobald das Ergebnis der feingeweblichen (histologi­schen) Analyse vorliegt und die Untersuchungen abge­schlossen sind, wird der behandelnde Arzt den Patienten in einem ausführlichen Gespräch über die Ergebnisse der Untersuchungen unterrichten. Wurde bei Ihnen die Dia­gnose Krebs im Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich ge­steilt, so werden Sie mit Ihre m Arzt eingehend über den Befund und die Heilungschancen {Prognose} Ihrer Erkran­kung sprechen. Er wird Ihnen dabei die möglichen weite­ren Behandlungsmaßnahmen vorstellen.

Wie erfolgt die Therapie von Krebserkrankungen im Mund-, Kiefer- und Gesichtsbereich?

Operation

Für die Behandlung stehen Operation, Bestrahlung sowie Chemotherapie und die Kombination aller drei Methoden zur Verfügung. Die Weiterbehandlung ist abhängig von der Lage, Größe und der lymphatischen Ausbreitung des Tumors sowie vom Alter und der Operationsfähigkeit des Patienten. Die beste Behandlung ist diejenige, die mit größter Wahrscheinlichkeit eine Heilung verspricht bei bestmöglichen kosmetischen und funktionellen Ergebnissen. Entsprechend der Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie besitzt in unserer Klinik bei der Therapie bösartiger Tumoren der Kopf-, Halsregion die operative Behandlung mit der radikalen Tumorentfernung, gleichbedeutend mit der en´ bloc Resektion des Primärtumors sowie der ableitenden Lymphbahnen absolute Priorität. Der chirurgische Eingriff zielt darauf ab, den gesamten Tumor mit einem Sicherheitsabstand zu entfernen. Wann immer möglich wird ein Teil des betroffenen Organs erhalten, oft bleibt aber nur die radikale Operation mit Verlust des Organs. Die routinemäßige Durchführung der Rekonstruktion großer Hart- und Weichgewebsdefekte erlaubt eine Ausweitung der chirurgischen Therapie sehr großer, früher als inoperabel bezeichneter Tumoren.

Bestrahlung

Wenn eine operative Behandlung aufgrund der Größe bzw. Lage des Tumor nicht möglich ist, müssen andere Therapieverfahren eingesetzt werden. Dies können die Strahlentherapie und die Chemotherapie sein. Zur Behandlung bösartiger Tumoren werden energiereiche Strahlen eingesetzt. Die gesamten Strahlen werden entweder in Strahlengeneratoren wie der Röntgenröhre erzeugt oder stehen durch radioaktiven Zerfall zur Verfügung. Die energiereichen Strahlen werden zumeist von außen durch die Haut eingestrahlt. Diese wirken auf sich teilende Zellen. Tumorzellen mit einer beschleunigten Zellteilungsrate werden daher stärker geschädigt als benachbartes gesundes Gewebe, dessen Zellen im Vergleich zum Tumor eine meist deutlich reduzierte Teilungsrate aufweisen. Um diese Nebenwirkung einer Bestrahlungstherapie zu reduzieren, wird bei der percutanen Bestrahlung, insbesondere von Tumoren im Kopf- und Halsbereich die Richtung aus der die Bestrahlung erfolgt mehrfach gewechselt (Pendelbestrahlung). Dadurch ist es möglich, die Bestrahlungsdosis auf eine gewünschte Region zu konzentrieren und das umgebende bestrahlte Gewebe zu schonen. Bei bestimmten Tumoren dazu zählen auch gewissen Formen des Lymphknotenkrebses kann die Bestrahlung des Primärtumors als Methode der 1. Wahl gelten. Auch bei kleinen Mundhöhlencarcinomen sind gute Ergebnisse nach alleiniger Bestrahlung angegeben worden.

Chemotherapie

Die Chemotherapie hat zum Ziel, einen Tumor durch Anwendung von Medikamenten (Chemotherapeutika) zu bekämpfen. Verwendet werden im Rahmen der Chemotherapie vor allem Substanzen, die in die Zellteilung eingreifen. Um eine Chemotherapie sinnvoll einsetzen zu können, muss ein zu behandelnder Tumor prinzipiell chemotherapiesensibel sein. Das Plattenepithel-Carcinom der Mundhöhle, der häufigste maligne Tumor dieser Region ist war prinzipiell chemotherapiesensibel, jedoch ist die Ansprechbarkeit nicht so gut, dass die Chemotherapie allein die kurative Indikation zur Behandlung eingesetzt werden kann. Neue Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass vorteilhaft sein kann, wenn man die örtliche Bestrahlung mit einer Chemotherapie kombiniert. Bei diesem Verfahren werden durch die Chemotherapie zunächst die Krebszellen vorgeschädigt und sensibilisiert. Die so geschwächten Zellen reagieren auf die unmittelbar folgende Bestrahlung dann äußerst empfindlich und der Tumor kann auf diese Weise wesentlich wirkungsvoller bekämpft werden als durch die Bestrahlung alleine.

Wiederherstellung von Defekten

Für die Operation wurden Methoden erarbeitet, welche das Tumorgewebe radikal entfernen, gleichzeitig aber darauf ausgerichtet sind, die Form und Funktion im Be­reich der Mundhöhle wie auch im Bereich der Lippen und des Gesichtes möglichst zu erhalten beziehungsweise sofort wiederherzustellen.

Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der Lebens­qualität eines Patienten mit einer Krebserkrankung im Mund-, Kiefer- oder Gesichtsbereich.

Dementsprechend kann man Tumoroperationen im Kopf­ und Halsbereich in zwei Schritte unterteilen: In einer er­sten Phase wird das Tumorgewebe entfernt (Resektion), in der sich daran anschließenden zweiten Phase erfolgt der Wiederaufbau des operierten Gebietes (plastische Rekonstruktion). Dies kann zum Teil bereits während der eigentlichen Tumoroperation, in anderen Fällen erst im Rahmen eines späteren operativen Eingriffes geschehen.

Bei der plastischen Rekonstruktion kann es notwendig sein, das durch die Tumorentfernung fehlende Gewebe durch eine Übertragung von Gewebe (Weichteile oder Knochen) aus einer anderen Körperregion zu ersetzen. Für diese Aufgaben stehen zahlreiche plastische Opera­tionsmethoden zur Verfügung: So wird zum Beispiel Haut aus dem Bereich der Brust, des Unterarmes, des Rückens oder von anderen Stellen in die Mundhöhle oder das Gesicht übertragen (transplantiert). Für den Ersatz von knöchernen Defekten kann Knochen aus der Becken­region, dem Schulterblatt oder dem Wadenbein verwendet werden.

Unter Umständen kann es jedoch auch nötig sein, die operative Rekonstruktion oder plastische Korrekturen und Verbesserungen auf einen späteren Zeitpunkt zu ver­schieben. Vielleicht erfordert die operative Wiederher­stellung sogar mehrere nachfolgende Korrekturoperatio­nen. Welche Möglichkeiten zur Rekonstruktion bestehen, wird Ihr behandelnder Arzt mit Ihnen in einem Gespräch ausführlich besprechen.

Heilungschancen

Frühzeitig entdeckte Tumoren haben in der Regel eine gute Prognose. Die Heilungschancen hängen aber auch von der Tumorlokalisation ab. Eine Früherkennung setzt zu einem auf eine konsequente Aufklärung der Patienten hinsichtlich der Risikofaktoren, zum anderen auf eine routinemäßige Überwachung im Rahmen eines halbjährigen Recalls in der zahnärztlichen Praxis.

Was passiert nach der Behandlung weiter?

Nachsorge

Die Nachsorgeuntersuchungen gewährleisten auch den Kontakt zwischen allen an der Behandlung beteiligten Ärzten und sichern eine fortwährende Betreuung der Pa­tienten. Bei den Terminen werden Sie eingehend unter­sucht, und je nach Tumorart erfolgen in gewissen Ab­ständen Ultraschalluntersuchungen des Halses oder Computertomographien beziehungsweise Röntgenunter­suchungen. Hauptziel dieser Maßnahmen ist es, ein eventuelles Wiederauftreten der Tumorerkrankung (Rezi­div) möglichst frühzeitig zu entdecken und entsprechend zu behandeln.

Die Behandlung von Tumoren im Mund-, Kiefer- und Ge­sichtsbereich ist ohne eine Tumornachsorge nicht voll­ständig. Ziele dabei sind:

  • ein Wiederauftreten des Tumors (Rezidiv) rechtzeitig zu erkennen und ggf. eine sofortige Behandlung einzu­leiten. Begleit- oder Folgeerkrankungen festzustellen und ggf. zu behandeln
  • funktionelle oder plastische Korrekturmaßnahmen zu planen und durchzuführen
  • dem Patienten bei bestehenden physischen, psychi­schen und sozialen Problemen zu helfen.

Viele Patienten gehen davon aus, dass nach der Erstbe­handlung des Tumors dieser vollständig entfernt ist und damit ein Wiederauftreten ausgeschlossen ist. Es kön­nen jedoch kleinste Tumorreste zurückgeblieben sein, welche dann im Laufe mehrerer Monate oder Jahre wie­der heranwachsen. Außerdem besteht bei Betroffenen, die bereits einen Tumor im Mundhöhlenbereich oder der Haut hatten, ein erhöhtes Risiko, dass eine neue Ge­schwulst, ein sogenanntes Zweitkarzinom, an einer ande­ren Stelle auftritt. Frühzeitig erkannt, lassen sich diese kleinen Tumoren oftmals durch begrenzte Behandlung heilen. Deshalb sind regelmäßige Nachuntersuchungen so wichtig.

Die Tumornachsorge wird in der Regel durch den behan­delnden Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen durchge­führt. In Einzelfällen, falls eine regelmäßige Kontrolle in der Klinik nicht durchführbar ist, kann eine Tumornach­sorge auch abwechselnd mit einem niedergelassenen Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen oder einem Zahn­arzt erfolgen.

Je nach Tumorart, -größe und -lokalisation erfolgt die Nachsorge im ersten Jahr nach der Tumoroperation etwa monatlich, im zweiten Jahr jeden zweiten Monat, im dritten Jahr je­den dritten Monat, im vierten und fünften Jahr in halb­jährigem Abstand. Danach sollte einmal jährlich eine Un­tersuchung erfolgen. Diese Zeiträume sind jedoch nur Richtwerte; die für Sie erforderlichen Nachsorgetermine legt Ihr behandelnder Arzt aufgrund der jeweiligen letzten Befunde fest.

Anschlussheilbehandlung oder Kur

Nach der Entlassung aus de m Krankenhaus wird oftmals eine Anschlussheilbehandlung oder zu eine m späteren Zeitpunkt eine Kur empfohlen. Hierfür gibt es spezielle Nachsorgekliniken. Besonders für Betroffene mit Tumo­ren im M und-, Kiefer- und Gesichtsbereich ist eine Reha­bilitation zum Beispiel für die Schluck- und Sprechfunk­tion oft sehr hilfreich.