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Prof. Dr. Dr. A. C. Kübler
Prof. Dr. Dr. A. C. Kübler
Comprehensive Cancer Center Mainfranken;
Tumorzentrum, DKG, CCCM
Sigel DKG Zertifiziertes Kopf-Hals-Tumorzentrum
Aerzteliste 2015 Focus
Ärzteliste 2016, Focus

Implantologie

Implantologische Sprechstunde

Implantat

Als Implantat bezeichnet man in der Zahnheilkunde eine künstliche Zahnwurzel. Ein Implantat wird operativ in einen zahnlosen Kieferbereich eingepflanzt. In der modernen Zahnmedizin werden sie zunehmend als mittel der Wahl bei der Behandlung von Zahnverlust bei Zahnlosigkeit angewandt. Das Implantat besteht im Wesentlichen aus drei Teilen:

Der Implantatkörper: Er ist der natürlichen Zahnwurzel nachempfunden und wird direkt im Knochen verankert. Dieser operative Eingriff wird von den meisten Patienten als wenig schmerzhaft empfunden. Dies liegt am schonenden Vorgehen bei einer Implantation, um den für die Einheilung so wichtigen Knochen zu schützen und an den modernen Instrumentarien zum Setzen der Implantate.

Der Implantataufbau: Dies ist das Verbindungselement zwischen dem Implantatkörper und dem Zahnersatz, der so genannten Suprakonstruktion.

Die Suprakonstruktion: Die Suprakonstruktion ist das was der Patient in seinem Mund sieht. Die Suprakonstruktion kann sowohl fest sitzend sein, z.B. Einzelkronen oder Brücken, oder bedingt herausnehmbar gestaltet werden, z.B. die Verankerungselemente von Totalprothesen.

Geschichte der Implantologie

Die Versuche mit Hilfe künstlicher Zahnwurzeln die Funktion eines Staging zu verbessern reichen weit zurück. So finden sich erste Berichte von erfolgreichen Implantationen bei den Bewohnern von Mittelamerika um 800 nach Christus. Diese verwendeten Muschelsplitter um Schneidezähne zu ersetzen. Aufgrund der Eigenschaft von Perlmutt, das Knochenwachstum zu fördern und eine enge Verbindung mit dem Knochen einzugehen, waren diese Versuche der Implantation nicht selten von Erfolg gekrönt. Die folgenden 1.000 Jahre versuchten Menschen immer wieder Zähne durch Implantieren von Fremdkörpern oder das Transplantieren von Zähnen zu ersetzen. Viele Misserfolge ließen diese Methode jedoch wieder in Vergessenheit geraten. Erst in der zweiten Hälfte des 20 Jahrhunderts konnte sich die Implantation als Standartverfahren in der Zahnheilkunde etablieren. Grund hierfür waren die technischen Neuerungen im Bereich der Werkstoffkunde. So konnten Stoffe gefunden werden, die der Körper toleriert und nicht abstößt. Heute werden die Implantate hauptsächlich aus Titan hergestellt. Um eine bessere knöcherne Einheilung (=Osseoindigration) zu erreichen, wird heute die Implantatoberfläche vergrößert (d.h. die Anlagerungsfläche an den Knochen vergrößert) und das Implantat mit verschiedenen Stoffen beschichtet, welche die Knochenanlagerung fördern. Als Formen haben sich hauptsächlich die Schrauben- und Zylinderimplantate durchsetzen können, welche die natürlichen Zahnwurzeln nachahmen.

Wann ist eine Versorgung mit Implantaten sinnvoll?

Die Hauptgründe für Zahnverlust sind Karies und Entzündung des Zahnhalteapparates (Parodontitis). Ebenso können Zähne bei Unfällen verloren gehen. Dieser Zahnverlust führt zu Zahnlücken und im schlimmsten Fall zu Zahnlosigkeit. Implantate ermöglichen hier eine Wiederherstellung des vollen Zahnbogens ohne weitere Schädigung zusätzlicher Zahnhartsubstanz und außerdem tragen sie zum Erhalt der Knochenstruktur des betroffenen Areals bei. Zur Versorgung eines fehlenden Zahnes ist ein Implantat immer dann besonders geeignet, wenn die Nachbarzähne noch gesund sind und somit ein Beschleifen der gesunden Zähne entfällt. Ebenso geben Implantate einer Prothese sicheren Halt, da der Zahnersatz auf den Implantaten einrasten kann. Eine Versorgung mit Implantaten macht jedoch nur Sinn falls die Ursachen des Zahnverlustes beseitigt werden. Dies gilt vor allem für Karies, Parodontitis und schlechte Mundhygiene. Unbedingte Voraussetzung für einen implantologischen Behandlungserfolg stellen demnach dar:Kosten für eine Implantatversorgung
Kosten fEine perfekte Mundhygiene. Sie verhindert das Entstehen von Schäden an den verbleibenden Zähnen und verbessert die Erfolgsprognose einer Implantatversorgung um das Vielfache.
Ein gesundheitsbewußter Lebenswandel. Rauchen oder Alkoholkonsum minimieren die Erfolgsprognosen einer Implantatversorgung erheblich. Heilungsprozesse verlaufen bei Rauchen und Alkoholkonsum deutlich langsamer.

  • In diesen Fällen machen Implantate Sinn.

Wann machen Implantate keinen Sinn?

Nicht in allen Fällen ist die Verwendung von Implantaten zur Wiederherstellung des Gebisses das Mittel der Wahl. Ihrer Verwendung sind Grenzen gesetzt bei:
Es steht nicht genügend Knochen zur Verankerung eines Implantates zur Verfügung und eine Auflagerung fehlender Knochensubstanz ist nicht möglich (z.B. schwere Grunderkrankungen: Schwerer Diabetes, ETT).
Bei mangelnder Mundhygiene oder bei bestehenden Erkrankungen des Mund-Kiefer-Systems (z.B. Entzündung des Kieferknochens, Zahnfleischentzündung, Karies
Bei mangelnder Möglichkeit die späteren Implantatversorgung perfekt zu reinigen. Ebenso wie die natürlichen Zähne müssen die Implantate gut gereinigt werden. Es lässt sich absehen, dass der Patient hier zunächst in der Lage ist, z.B. wegen eingeschränkter Mundöffnung, fehlender Geschicklichkeit etc. ist eine Implantatversorgung nicht indiziert.
Bei fehlender Patientenmitarbeit

  • In diesen Fällen machen Implantate keinen Sinn.

Ablauf einer Implantatbehandlung

Eine verbindliche Entscheidung für oder gegen eine implantologische Behandlung ist erst nach einer Voruntersuchung möglich. Bei dieser Untersuchung wird eine medizinische Diagnose gestellt, ein Röntgenbild angefertigt oder in besonderen Fällen eine detailgenauere computertomographische Aufnahme und Abdrücke vom Ober- und Unterkiefer genommen zur Herstellung von Gipsmodellen. Anhand dieser Unterlagen und den Vorstellungen und Wünschen des Patienten wird eine Planung hinsichtlich Implantatzahl und Position gemacht. Voraussetzung für einen langfristigen Erhalt eines Implantates sind eine ausreichend Knochenqualität und Quantität sowie eine perfekte Mundhygiene. Vor der Implantation müssen daher noch vorhandene natürliche Zähne saniert, Zahnfleischerkrankungen behandelt und ausgeheilt werden. Nach der Festlegung des Behandlungsplanes wird im zahntechnischen Labor eine Bohrschablone hergestellt welche es ermöglicht, das Implantat im Knochen in genau die fest gelegte Position einzubringen. Seit kurzem verfügt die Chirurgie in Würzburg über einen digitalen Volumentomographen. Dieser erlaubt Patientenaufnahmen des knöchernen Gesichtsschädels anzufertigen und dies gegenüber der Computertomographie bei dramatisch verringerter Strahlenbelastung. Ergebnis ist ein von der Auflösung her unvergleichbare und bessere dreidimensionale Darstellung des Knochens des Patienten. Am Computer lässt sich somit die optimale Implantatposition festlegen. Die Implantate werden exakt an der zuvor festgelegten Position und in der eingeplanten Achse eingebracht. Das Verletzungsrisiko benachbarter Strukturen (wie z.B. Nervengewebe und Kieferhöhle) wird durch dieses Verfahren nahezu unmöglich gemacht.

Nach diesen vorbereitenden Maßnahmen erfolgt noch mal die Überprüfung der Mundhygiene des Patienten. Erst bei ausreichender Mundhygiene und vollständig abgeschlossener Vorbehandlungen erfolgt die eigentliche Operation.

Operation

Die Implantation ist in den meisten Fällen ambulant durchführbar, daher reicht auch meist eine örtliche Betäubung für den Eingriff aus, die Sie von Ihren bisherigen zahnärztlichen Behandlungen kennen. Die Schleimhaut im zu implantierendem Bereich wird eröffnet und die Oberfläche des Knochens dargestellt. Mit Hilfe spezieller Bohrer wird ein Implantatbett geschaffen, in das das Implantat eingebracht wird. Die Wunde wird mit Nähten verschlossen und ein provisorischer Zahnersatz eingegliedert. Nun folgt eine Pause: Im Unterkiefer in der Regel 8 bis 16 Wochen und im Oberkiefer 12 bis 24 Wochen, in der die Implantate in den Knochen einheilen. Anschließend erfolgt die Freilegung der Implantate. Die Schleimhaut oberhalb des Implantatkopfes wird kleinflächig eröffnet und ein Heilungskäppchen eingebracht. Dies wird in der Regel 4 Wochen belassen und erst danach die endgültige prothetische Grundversorgung durchgeführt. Hierzu sind die Abformung der Kiefer mithilfe eines individuellen laborgefertigten Abdrucklöffels, eine Kieferrelationsbestimmung und verschiedene Anproben nötig. Nach ca. 1 bis 2 Wochen wird dann der fertig gestellte Zahnersatz endgültig eingegliedert. An diese Behandlung schließt sich eine engmaschige Kontrolle der Implantate und der Mundhygiene an, die vom Patienten auch wahrgenommen werden sollte.

Kosten für eine Implantatversorgung

Nach Abschluss der Planungsphase für die implantologische Behandlung wird ein Kostenvoranschlag erstellt. Dieser muss vom Patienten vor Behandlungsbeginn bei seiner Krankenkasse eingereicht werden um die Kostenerstattung abzuklären. Häufig werden von der gesetzlichen Krankenkasse nicht alle Kosten übernommen, so dass der Patient einen Teil der Kosten selber tragen muss. Dies gilt vor allem für den operativen Eingriff, während die Krankenkassen für die spätere prothetische Versorgung meist einen Festbeitrag leisten. Die gesetzlichen Krankenversicherungen tragen die vollen Behandlungskosten einer Implantatversorgung prinzipiell nur dann, wenn z.B. angeborene Fehlbildungen vorliegen, wegen einer Tumoroperation am Kiefer wo prothetische Rehabilitation notwendig ist oder wenn der Zahnverlust des Patienten auf einen schweren Unfall zurück zu führen ist.

Bei Privatkassen und Beihilfen gelten unterschiedliche Regelungen. Bitte informieren Sie sich vorher bei Ihrer zuständigen Krankenkasse.

Wir empfehlen auf jeden Fall die Kostensituation vor Behandlungsbeginn definitiv abklären zu lassen.